INTR°A im Gespräch am 10. April 2024: Zwischen Anatolien und Deutschland – Das Alevitentum gestern und heute

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© Ralf Lange-Sonntag

INTR°A im Gespräch in Kooperation mit dem oikos-Institut der Ev. Kirche von Westfalen

… mit Yılmaz Kahraman – langjähriger wissenschaftlicher Referent der Alevitischen Gemeinde in Deutschland (AABF) und jetziger Bildungsreferent beim Bund der alevitischen Jugendlichen in NRW (BDAJ-NRW)

„Zwischen Anatolien und Deutschland: Das Alevitentum gestern und heute“
Mittwoch, 10. April um 17:30 – 19:00 Uhr (digital per ZOOM)

In Deutschland leben etwa eine halbe Millionen Alevit:innen, die zu 95 % türkische Wurzeln haben. Sie stellen damit die zweitgrößte Gruppe von Gläubigen dar, die im weiteren Sinne dem Islam zugerechnet werden können – was allerdings unterschiedlich gesehen wird.

Der Tatsache dieser relativ großen Zahl steht als weitere Tatsache gegenüber, dass viele Menschen in Deutschland – sicherlich auch im Feld des interreligiösen Dialogs – relativ wenig über die Geschichte und die Glaubensinhalte des Alevitentums wissen. Dies gilt u.a. hinsichtlich der langjährigen Geschichte der Unterdrückung von Alevit:innen, aber auch hinsichtlich der spezifischen Herausforderungen für die Identität von Alevit:innen in der Spannung zwischen Tradition und Moderne.

Vor diesem Hintergrund sollte diese Ausgabe von INTR°A im Gespräch in Kooperation mit dem oikos-Institut der EKvW die Gelegenheit geben, Genaueres über die Geschichte und die Inhalte des alevitischen Glaubens zu erfahren und über die damit verbundenen Fragen und Probleme ins Gespräch zu kommen.

Wir waren froh, dass wir dafür einen sehr erfahrenen, kompetenten Gesprächspartner gewinnen konnten, der verschiedene Aufgaben für die alevitische Gemeinde in Deutschland wahrgenommen hat.

Yılmaz Kahraman hat in Bonn Islamwissenschaften und Orientalische Kunstgeschichte studiert. Parallel zu seinem Studium engagierte er sich beim Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. (BDAJ) und wurde 2009 der erste hauptamtliche Mitarbeiter des Verbandes. Zudem arbeitete er beim Informations- und Dokumentations-Zentrum für Antirassismusarbeit e.V. (IDA e.V.; 2011–2013 als stell. Bundesvorsitzender) mit. Von November 2011 bis Ende 2013 leitete er bei der Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V. (AABF) in Köln das Projekt „Zeichen setzen! Für gemeinsame demokratische Werte und Toleranz bei Zuwanderinnen und Zuwandern“. An der PH-Weingarten hat er zudem einen Lehrauftrag im Rahmen des Studiums für die Alevitische Religionslehre/-pädagogik. Von 2014–2019 war er außerdem als wissenschaftlicher Referent/Sprecher bei der AABF tätig und vertrat die AABF u.a. bei der Deutschen Islamkonferenz. Seit März 2019 ist er jetzt als geschäftsführender Bildungsreferent beim Bund der Alevitischen Jugendlichen in NRW e.V. tätig.

Die Aufzeichnung von Kahramans Impulsvortrag, in der er sehr anschaulich die Glaubenslehren und die Geschichte des Alevitentums darstellte, finden Sie: hier

Eine zusammenfassende Darstellung der Inhalte des Vortrags finden Sie in dieser Publikation von Yilmaz Kahraman und einer Co-Autorin: Das anatolische Alevitentum